Ganz persönlich: Die 7. Waldenbuch Open

Wolfgang Hoesch Tennis

„Ein bisschen Sonne wäre schön“

„Haben wir ein Glück, dass es nicht regnet!“

Vor gut zwei Jahren bin ich nach Waldenbuch gezogen und habe meine sportliche Heimat in der Tennisabteilung des TSV Waldenbuch 1891 e.V. gefunden. Nach einem eher weniger erfolgreichen Turnierjahr bei den Verbandsspielen beschloss ich (mit meiner LK 23), bei den Waldenbuch Open 2017 ganz groß rauszukommen.

Die Turnieranmeldung bei den Herren 50 habe ich praktisch in letzter Sekunde um 23:57 Uhr im Internet gemeistert und widmete mich hierauf der mentalen Vorbereitung auf mein erstes DTB-Turnier mit Ranglistenpunkten.

Gespielt werden sollte auf den Anlagen des TSV Waldenbuch, TC Schönaich, TC Bernhausen und TC Weil im Schönbuch. Die Großwetterlage sah nicht gerade verlockend aus: Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag nur Gewitter und Regen in Massen. Es war zu bezweifeln, dass die Waldenbuch Open 2017 am Mittwoch auch unter freiem Himmel stattfinden können. Für dieses Schlechtwetterszenario hatte die Turnierleitung um Volker Deinaß, Ursel Deinaß, Uwe Schraub, Valentin Schraub und Peter Schneiderhan sämtliche Hallenplätze in der Umgebung gebucht.

Am Dienstag, einen Tag vor Turnierbeginn, fuhr ich dann zur Anlage im Hasenhof, um meine Auslosung zu betrachten und den Spielort und die Spielzeit zu erfahren. Die Anlage war geschmückt mit Fähnchen und Werbung der Sponsoren (Autohaus Thumm, Climair – Ralf Keppeler, Württembergische Versicherungen, Baufachmarkt Auch, Karl Neff – der einfach ohne Werbung unterstützt) und Zelte waren aufgebaut. Einfach toll. Eines deutschen Ranglistenturniers würdig, dachte ich. Aber kein Aushang mit den Spielzeiten und -orten auf den Tafeln. Tja, sagte man mir: „Das musst Du im Internet nachschauen“. Scheinbar bin ich noch nicht ganz im digitalen Zeitalter angekommen; ich gelobe Besserung!

Am Mittwoch sollte es für mich um 16:30 Uhr in Waldenbuch losgehen. Gegen Mittag hörte es in Stuttgart auf zu regnen. Ob man wohl unter freiem Himmel spielen könnte? „Klar, es heißt ja OPEN“, dachte ich. Die Platzpfleger auf allen drei Anlagen hatten eine super Arbeit geleistet!!! Es konnte tatsächlich OPEN-Air gespielt werden.

Nun denn, ich meldete mich vorschriftsmäßig um 15:45 Uhr bei der Turnierleitung. Hier hat mich Ursel Deinaß mit ihrem Team herzlichst empfangen und mir eine Tafel Ritter Sport Schokolade, ein wunderbares Handtuch (Stümperei – Simone Stümper, auch die T-Shirts für die Organisatoren) und eine Marke für den Spielerabend am Freitag ausgehändigt. Toll, dachte ich, es fängt gut an. Sehr professionell. “Ranglistenturnier eben….geil.“

Leider war mein wirklich gutes Spiel an diesem Tag nicht von Erfolg gekrönt.

Kurz und gut…. rausgeflogen.

„Spiele ich halt die Nebenrunde mit, schließlich muss ja das Handtuch auch einmal feucht werden.“

Einige Zuschauer bemerkten hier zu Recht: „Ein bisschen Sonne wäre schön!“ Doch Spieler und Turnierleitung vertraten eher die Auffassung: „Welch ein Glück, dass es nicht regnet!“

In der Nacht zum Donnerstag wieder Dauerregen, der dann aber pünktlich zum Spielbeginn aufhörte. An dieser Stelle nochmals ein großes Lob an die Platzpfleger, sie haben eine tolle Arbeit geleistet und die Plätze spielfähig gemacht.

Es gab sehenswerte Spiele aller Altersklassen auf allen Anlagen zu sehen. Tom Bender, der als ehemaliger ATP-Tour-Spieler die Konkurrenz Herren 40 dominierte, war mit von der Partie. Als Ex-Kapitän der amerikanischen Tennis-Nationalmannschaft hatte die Turnierleitung ihn über eine Wildcard (er hatte ein dreiseitiges Bewerbungsschreiben verfasst) in das Teilnehmerfeld von insgesamt 206 Spielerinnen und Spielern aufgenommen, hiervon 29 Spieler der deutschen Rangliste. Auch Regina Marsikova, bei den Damen 50 bereits als Stammgast zu bezeichnen, die zusammen mit Pam Teeguarden das Damendoppel der French Open 1977 gewann, möchte ich hier erwähnen. Immerhin ging es ja insgesamt um ein Preisgeld in Höhe von 1.350,00 Euro.

Am Freitag spielte ich meine Nebenrunde beim TC Schönaich, dem Partner der Waldenbuch Open. Hier wurde ich ebenfalls sehr freundlich von den Koordinatoren dort empfangen und….. die Sonne schien. Mein Spiel erfreute mich an diesem Tag nicht. Wieder verloren. Nach der verdienten Dusche – das neue Handtuch musste ja eingeweiht werden – ging es dann zurück nach Waldenbuch zur Players Night.

Tolles Wetter, nette Leute, Zelte waren aufgebaut, ein gemütliches Beisammensein mit Lagerfeuerromantik. Fast alle Favoriten waren auch nach Sonnenuntergang noch anwesend und wurden von Ante Gadze mit seinem Team, wie auch in den Tagen zuvor, hervorragend bewirtet. Das von Ante Gadze spendierte Fass Bier und die Steaks und Würstchen vom Grill fanden rege Abnahme. Ein rundum gelungener und gemütlicher Abend.

Samstag und Sonntag Sonnenschein und hochklassige, sehr sehenswerte Spiele, und für Kaffee und Kuchen war rund um das „Team Ellermann“ auch gesorgt. Leider kann man ja als Zuschauer nicht überall gleichzeitig sein. Zur Siegerehrung hat Flowers und Art – Luiz Gomes (erstmalig dabei) die Siegersträuße erstellt, welche dann in stimmungsvoller Runde überreicht wurden. Hiernach ging die Turnierleitung in einem aufgebauten Pool baden.

Ein Dank auch an Bodo Knüppel – dem Mann für alles, nicht nur Feuerteufel, – Matthias Schraub – dem Technikverantwortlichen vor Ort, den jungen Helfern Jesper Wagner, Jakob Schneider, Jule Tovar und all den ungenannten Personen, die mitgeholfen haben, dieses Turnier zu ermöglichen.

Es ist wunderschön, ein Turnier dieser Klasse in Waldenbuch zu haben.

Ich werde auch im nächsten Jahr mit Freude wieder am Start sein (wenn ich darf).

Markus Wyrwa